„Suche Frieden und jage ihm nach.“ (Psalm 34,15)

 

„Jagdfieber“ – zugegeben ein auf den ersten Blick irritierender Titel für das Jugendgottesdienstmaterial zur Jahreslosung 2019.

Frieden und Jagd? Frieden und Fieber? Zur Jagd gehören Waffen, aber Frieden und Waffen, das geht doch nicht zusammen, jedenfalls für die allermeisten von uns. Und auch bei „Fieber“ wird kaum jemand an Frieden denken. Frieden ist in unserer Vorstellung eher mit einem wohltemperierten Zustand verbunden denn mit einem überhitzten.

Zugegeben, der Titel soll provozieren. Und er soll den Einsatz für den Frieden aus der wohligen Kuschelecke herausführen in dem wir Friedenseinsatz meist verorten.

Aber wo ist der „Link“ jenseits der Provokation zu „Jagd“ und „Fieber“?

Der Einsatz für den Frieden ist harte Arbeit und braucht einen langen Atem, wie die Jagd. Durch viele Jahrtausende, vor der Erfindung von Pfeil und Bogen, hing das Überleben der umherziehenden Menschengruppen von der Jagd ab. Ausdauer und Geduld waren nötig, um das Wild aufzuspüren. Die Jagd war Teamarbeit. Einer musste sich auf den anderen verlassen können. Der Jagderfolg hing am Teamgeist der Jäger. Ausdauer, Geduld und Teamgeist sind auch heute nötig, um Frieden zu suchen.

Dafür braucht es aber genauso ein heißes Herz, das sich ganz auf den Frieden ausrichtet und ihm entgegenfiebert. Frieden lässt sich auch deshalb immer so schwer finden, weil es beides braucht, den kühlen Kopf und das heiße Herz. Oft ist es ja  umgekehrt – ein heißer Kopf gepaart mit einem kühlen Herzen.

Frieden suchen wir in all unseren Lebensbezügen, in der Familie, in der Schule oder im Betrieb, als Teil dieser Gesellschaft und dieses Staates. Alle Andachten und Gottesdienstentwürfe, alle Lieder und Gebete wollen bei dieser Suche helfen und inspirieren.

Bernd Wildermuth Landesjugendpfarrer (Ev. Landeskirche Württemberg)

zur Onlinebestellung